Kornkreis-Formation bei Heinersdorf, Berlin

Entdeckt am 9.7.2000

(Letzes Update: Wednesday, 21-Apr-2004 13:20:21 CEST )

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Am Wochenende (09.07.20000) war ich mit Familie im nahegelegen Heinersdorf (an der B 101) kurz hinter der südlichen Berliner Stadtgrenze). Wir fuhren mit dem Auto kurz vor Heinersdorf links in eine kleine Straße und sahen im Feld neben der Straße eine eigentümliche Formation. Ich hielt an, um mir das Gebilde näher anzuschauen.

Es handelte sich tatsächlich um einen Kornkreis, der einen Durchmesser von ca. 30m hat und ansonsten ein eher schlichtes Symbol darstellt. (Anm. d. WebAdmin: Später hat Frau Reuber den Durchmesser auf 10-12m korrigiert, s. Update vom 16.7.2000). Allerdings hat er eine Besonderheit, von der ich bisher nie etwas gelesen oder gehört habe: Er besteht fast durchgängig aus unreifem, blau erscheinendem Korn - während die Ähren drumherum die normale gelbe Farbe des reifen Korns haben, ist die Formation deutlich andersfarbig . Meine Tochter und ich sind näher zu der Formation herangegangen und sahen, dass in der Formation selbst die reifen Halme herabgedrückt waren, die unreifen (die blauscheinenden) jedoch aufrecht standen.

Der Kornkreis hat übrigens einen umlaufenden schmalen Ring, den wir erst erkannten, als wir näher herangegangen waren. Von der Straße aus ist die Formation nicht besonders gut zu sehen (man muss schon aufmerksam hinschauen).

Der Kreis ist, soweit ich das sehen konnte, exakt kreisförmig, wobei der Rand ca. 1m breit und an zwei genau gegenübeliegenden Stellen gleichmäßig breiter ist (ca. 1,5m). Durch die Mitte des Kreises läuft ein Balken (ca 1,5m breit), der zur Straßenseite hin aus der Kreislinie herausführt. Der Kreis wird von einem sehr schmalen äußeren Ring umrundet, der ebenfalls exakt kreisförmig ist.

Das wirklich Eigentümliche an dieser Formation ist, daß wenig Halme in der Formation umgelegt sind, sondern daß die gesamte Formation durch die Andersfärbung der Ähren auffällt. Es sieht so aus, als ob die Ähren im Kreissymbol (ich glaube, es ist Gerste), allesamt noch nicht reif sind und deswegen bläulich erscheinen. Soche unreifen Halme befinden sich auch vereinzelt im umliegenden Feld, fallen aber im überwiegend reifen Korn nicht weiter auf. In der Formation stehen sie aber dicht an dicht und grenzen sich deutlich sichtbar als Kreismuster ab.

Ich selbst habe es wohl nur deshalb entdeckt, weil ich schon seit einigen Jahren aufgrund meines Interesses aufmerksam in jedes Kornfeld schaue. Bisher hatte ich jedoch nie das Glück, selbst mal so ein Gebilde zu sehen. Deshalb war ich umso überraschter, bei einem Familienausflug so ein Wunderding zu entdecken. Natürlich hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Ich werde aber nochmal hinfahren und versuchen, das Ding zu fotographieren. Es würde mich wirklich interessieren, ob Ihnen dieses Phänomen der Andersfärbung bekannt ist?

Ich glaube übrigens, daß wir das Gebilde als Erste entdeckt haben, da keine Fußspuren oder sonstigen Eindrücke im Feld zu sehen waren. Auch schenkte von den sonstigen Ausflüglern in dieser Gegend diesem Gebilde keine Beachtung.

10.7.2000, Christina Reuber, Berlin


Ich bin heute abend nach getaner Arbeit noch einmal mit dem Fotoapparat hingefahren. Es war mittlerweile gegen 20.00Uhr und bewölkt, aber noch ausreichend hell. An der kleinen Straße war außer mir kein Mensch und die Formation deutlich sichtbar. Ich bin ausgestiegen und habe nochmal genau hingeschaut, bin auch ins Feld und in den Kreis gegangen und habe einen ganzen Film verschossen.

So gut es ging, habe ich noch einmal die Entfernungen geschätzt und gesehen, dass meine erste Schätzung so ziemlich hinkam, außer dass der Begrenzungsring doch breiter ist, als ich das erste Mal dachte (ca. 2m breit - nicht 1m).

Im Kreis liegt das reife Korn, das unreife steht hoch. Es gibt ein Zentrum, in dem das reife Korn spiralförmig umgelegt ist und in dem das unreife steht. Das unreife (bläuliche) Korn ist deutlich kleiner und die Halme sind dünner als das reife gelbe Korn. In der gesamten Formation stehen tatsächlich sehr viele und ausschließlich die unreifen Ähren und unterscheiden sich deshalb deutlich.

Fotos werden folgen...

Christina Reuber, 11.7.2000


Update:

Ich war heute nochmal mit meiner 21jährigen Tochter auf dem Feld und gemeinsam haben wir alles nochmal genau angeschaut und fotographiert. Der Kreis ist doch nur ca. 10-12m im Durchmesser; mit der Größenangabe lag ich mit meiner ersten Schätzung sehr daneben. Meine Tochter entdeckte noch ein paar Besonderheiten: Die niedergelegten Ähren liegen gegen den Uhrzeigersinn. Im Zentrum des Kreises liegen die reifen Halme spiralförmig und genau in der Mitte des Zentrums befindet sich eine einzelne kleine grüne Blattpflanze (kein Korn, sondern irgendeine Pflanze, die ich nicht kenne). Wir haben alles nochmal fotographiert und diesmal ist meine Tochter aufs Autodach gestiegen, um Bilder zu machen.

Kein Mensch außer uns scheint hier irgendetwas Ungewöhnliches zu bemerken!!! Fahrradfahrer und Spaziergänger und Autos kamen dauernd vorbei und jeder hätte das Muster im Feld sehen können....aber niemand schaut hin! Ein paar Leute regten sich nur darüber auf, daß wir im Feld standen - aber auch denen fiel nicht auf, warum wir da standen. Es ist doch wirklich unglaublich, dass Menschen so blind sein können, oder?

Wir hatten dann noch eine Begegnung mit einem Traktorfahrer, der heute dort auf dem gegenüberliegenden Maisfeld arbeitete. Wir fragten ihn, ob er eine Erklärung für das Muster im Feld hätte. Der Mann guckte nicht mal genau hin, sondern meinte nur: "naja, da ist eben ein grüner Kreis im Korn, keine Ahnung, wie der da rein gekommen ist".

Der Traktorfahrer bestätigte uns, das das Feld zu den Stadtgütern der Stadt Berlin gehört und sagte, es könne sein, dass es nächste Woche schon gemäht wird. Der Farbunterschied ist übrigens auch an diesem Wochenende noch deutlich zu sehen. Das ganze Kreissymbol ist nun von der Straße aus deutlich zu sehen - trotzdem wundert sich niemand!

Wahrscheinlich liegt es daran, daß sich dieses "bescheidene" Symbol so harmonisch ins Feld einfügt, daß es so aussieht, als gehöre es da eben hin. Das ist die einzige Erklärung, die ich für die sonderbare "Blindheit" der Passanten habe.

Meine Tochter und ich haben natürlich überlegt, wie so etwas willentlich ins Feld zu bekommen ist.Die einzige Möglichkeit, die uns einfiel ist: Jemand muß bei der Aussaat so manipuliert haben, daß in der Reifungsphase ein total ebenmäßiges Kreissymbol entsteht. Dann muß sich dieser "Jemand" außerdem noch die Mühe gemacht haben, alle reifen Ähren niederzulegen und alle unreifen stehen zu lassen. Dann wäre noch die Frage: Wozu? Falls dieser Kreismacher Aufmerksamkeit erregen wollte: In dieser Gegend interessiert sich doch offensichtlich niemand  für außergewöhnliche Phänomene. Also hätte doch der Kreismacher damit rechnen müssen, dass das Ding unentdeckt bleibt und dann wäre die ganze schöne Mühe umsonst gewesen.

Christina Reuber, 16.7.2000


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