Kornkreis bei Elfershausen/Melsungen, Ostheimer Senke
25. Mai 2000

Bericht von Klaus Listmann


(Letzes Update: Wednesday, 21-Apr-2004 13:15:51 CEST





Der Kornkreis von Elfershausen/Ostheim

Von Klaus Listmann (FGK)

Am 25.Mai bekam ich von meinem Schwager, den Hinweis, dass sich neben der BAB 7, in der Datheimer Senke, bei Elfershausen, möglicherweise ein Kornkreis befände. Ich machte mich also noch am Nachmittag des 25. auf den Weg, zu der beschriebenen Stelle. Elfershausen war in den letzten Jahren durch Ufosichtungen und einem angeblichen Graskreis bekannt geworden. Außerdem hatte man im letzten Jahr kurioserweise, just in diesem Feld wo jetzt ein Kornkreis zu bestaunen ist, einen stilisierten Hasen eingemäht. Haben wie hier eine Antwort, oder nur einen Anstoß für potentielle Fälscher. Oder ist alles nur purer Zufall?

Heftiger Regen und ein wahres Schlammbad erwartete mich am Ort des Geschehenen. Ich traute meinen Augen nicht. Einen so großen Kornkreis hatte ich schon lange nicht mehr gesehen. Vor mir lag ein großer Kreis, der in weitem Abstand von einem breiten Ring umgeben war. Mein Blick wanderte regelrecht einmal von links nach rechts und zurück. "Gigantisch!", kam es mir über die Lippen, der hat bestimmt 70 bis an Meter im Durchmesser (später gemessen: 64 m Durchmesser). Ich zog mir meine Gummihose und Schuhe an und versuchte das Feld zu betreten, aber durch den strömenden Regen war es fast unmöglich sich auf den Beinen zu halten und nicht auszurutschen, oder zu versinken bis die Schuhe volllaufen.

Also beschloß ich von außen einige Fotos zu machen, und am nächsten Tag wieder zukommen. Ich stellte mich anschließend auch noch einige Zeit in eine Feldzufahrt, um den Kreis auf mich wirken zu lassen und um die Anderen, die sich momentan in der Breitenbacher Formation auf hielten, per Handy zu informieren. Plötzlich tauchten aus dem grauen Schleier des Regens drei schwarze Schatten auf und hielten direkt auf den KK zu. Drei Bundeswehrhubschrauber kamen tiefer und neigten ihre Kanzeln, als die den KK langsam überflogen. Ich hatte gerade Wolfgang Schöppe am anderen Ende, und berichtete ihm über diese unverhoffte Begegnung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass hier gezielt angeflogen und observiert wurde. Hier ist ein deutliches Interesse zu erkennen, jedoch auf eine Anfrage der FGK im letzten Jahr, mit der Bitte um Zusammenarbeit wurde bisher nicht reagiert.

Am 26.5. fuhr ich ein zweites Mal zu der Formation, um den Kreis näher in Augenschein zu nehmen. Hier traf ich auf Jutta Chnlibois, eine sehr nette Kornkreisinteressierte, die auch schon beim Projekt ES dabei war, und uns unterstützte. Gemeinsam untersuchten und fotografierten wir den KK, als ein näher kommendes Geräusch uns aufblicken lies. Wieder näherte sich ein Hubschrauber, diesmal mit voll aufgeblendetem Suchscheinwerfer. Sofort erkannten wir, dass es sich um Polizei handelte, ließen und aber scheinbar nicht aus der Ruhe bringen und machten weiter Fotos. Mehrere Male umkreiste man uns und beobachtete uns mit dem Fernglas. Als sie keine Anstalten machten weiter zu fliegen, gab ich Zeichen und hielt meine Fotostange mit Fotoapparat in die Höhe. Dann flogen sie hinter unsere Wagen und notierten die Kennzeichen. Nach einer weiteren Ehrenrunde drehten sie dann ab und flogen davon, und es kehrte wieder Ruhe ein. Meine Begleiterin hatte noch eine Verabredung und verabschiedete sich.

Zehn Minuten später bekam ich wieder Gesellschaft. Diesmal von einem weis/grünem Polizeiauto mit blauem Obendrauf. Ich befand mich gerade auf der Gegenüber liegenden Feldseite, als der Polizeiwagen bei meinem Wagen an kam. Dann entdeckten sie mich und fuhren zu mir herüber. Ich begrüßte sie mit der Bemerkung:" Na, sind sie von ihren fliegenden Kollegen benachrichtigt wenden"? So könnte man sagen! Bekam ich zur Antwort. Nachdem wir uns wieder bei meinem PKW getroffen hatten, meine Papiere kontrolliert waren und ich auch meinen FGK- Ausweis vorgelegt hatte, entwickelte sich ein sehr angenehmes Gespräch. Ich bekam Information darüber, dass im letzten Jahr hier ein Hase ins Feld gemäht war, die ganze Sache aber fehlschlug da man die Darstellung doch nicht so gut von der Autobahn gehen konnte als es geplant war, außerdem den Namen und Wohnort des Landwirts, dem das Feld gehört, sowie einige wohlgemeinte Erklärungsversuche.

Dann stellte sich noch heraus, dass er selbst Landwirtschaft betreibt und von daher selbst an der Thematik interessiert ist. Außerdem hat er gelegentlich die Möglichkeit zu fliegen. Und sollte er die Gelegenheit bekommen einen KK aus der Luft zu sehen, versprach er mir, für uns Fotos zu machen und zukommen zu lassen. Nachdem wir uns per Handschlag verabschiedet hatten, begab ich mich auf den Weg zu Herrn Laus, dem Landwirt. Ich traf ihn zu Hause an, und als ich mich vorstellte, lächelte er und sagte, dass er schon wüsste wer ich hin, denn er habe sich schon im Internet über die KK informiert, und sei dabei auch in den Seiten der FGK gewesen. Er berichtete, dass er am Donnerstag dem 11.5. durch einen Bekannten, Kenntnis von dem KK in seinem Feld bekam. Nach einer näheren Untersuchung hatte er festgestellt, dass es sich hier wohl um Menschenwerk handelte. Denn, es waren immer gleich breite Bahnen, deren Ränder sich wieder aufgerichtet hatten, und da wo der Fuß auf dem Stampfer stand waren die Halme fest an den Boden gepresst. Dann waren noch deutliche Fussabdrücke im Getreide zu sehen. Er hält die KK für ein echtes Rätsel, aber der Kreis in seinem Feld sei eine Fälschung. Er selbst hat auch einige Fotos gemacht und will, sobald sie entwickelt sind, die per Email an die FGK senden. Den Schaden hält er für nicht all zu groß und will die Sache nicht weiter verfolgen lassen. Sorgen bereiten ihm allerdings die Körner die beim mähen nicht mit aufgenommen werden, oder durch Schaulustige herausgetreten werden. Dann müsste man im nächsten Jahr, wenn das Feld mit Rüben bewachsen ist, die Sprößlinge mit der Hand entfernen, da es sonst Probleme bei der Erntemaschine geben könnte.

Ich fand einen ausgesprochen netten, zugänglichen recht jungen Mann vor, der dem Phänomen aufgeschlossen gegenüber steht und bekam die freundliche Erlaubnis, das d Mitarbeiter der FGK, das betreffende Feld betreten dürfen, um Messungen durch zu führen und Fotos zu machen. Ich gab ihm meine Zusage, sobald wir über Luftaufnahmen des KK verfügen, ihm diese zu kommen zu lassen und verabschiedete mich.

Hier ist eine Skizze der Formation. Klicken Sie auf das Bild für eine vergrößerte Darstellung.


Update 1. Juni 2000:

Dies sind Bilder von Frank Laumen. Weiter Bilder gibt es dort.

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