Insektenflugbahnen -


Überbringer unbekannter Symbole?

Von Josef Streckel, Hoyerswerda

(Letzes Update: Wednesday, 21-Apr-2004 19:51:09 CEST )

In langjährigen Beobachtungen machte ich eine Entdeckung, die ich an dieser Stelle im FGK-Report vorstellen möchte. Warum, erlaube ich, am Ende meiner Ausführung kurz anzusprechen.

Zur Einführung möchte ich am Beispiel der "Blauflügeligen Ödlandschrecke" (Oedipoda caerulescens) aufzeigen, dass allein die Landung eines fliegenden Insektes ein durchaus zu beachtender Vorgang ist. Beim Landen beschreibt die Fluglinie der blauflügeligen Ödlandschrecke einen Haken, so dass das Tier zwar während des Fluges deutlich gesehen, bei der Landung aber durch die unerwartete Form seiner Flugbahn nicht verfolgt werden kann und plötzlich zu verschwinden scheint. (Zu Ihrer Information: Diese Art ist stark an trockene Lebensräume angepasst und lebt auf Trockenrasen, in Steinbrüchen oder Sandgruben. Die Art ernährt sich überwiegend von Gräsern. Sie ist gefährdet und steht unter Naturschutz. Das Zirpen ist bei der Blauflügeligen Ödlandschrecke nicht sehr ausgeprägt. Die Männchen bringen nur kurze, leise Töne unmittelbar vor der Paarung hervor.)

Bei meinem derzeitigen Forschungsprojekt im Nil-Delta, hatte ich die seltene Gelegenheit, in Kairo auf einen Kreis von privaten Wissenschaftlern zu stoßen, die mir freundlichst Ihre Materialien aufzeigten. Hierbei wurde deutlich, dass Insekten keinen direkten Bezug auf Ihre Umwelt nehmen. Der Anflug, beispielsweise wird nur in seltenen Fällen durch äußere Einflüsse empfindlich gestört. In einem Versuch, den ich im vergangenen Herbst durchführen durfte, konnten folgende Faktoren als Störung ausgeschlossen werden:

  1. Luftdruckveränderungen
  2. verstärktes Licht im Infrarot-Bereich
  3. Geräuschquellen der für das menschliche Ohr hörbaren Frequenzen
  4. erhöhte Feuchtigkeit.
Hingegen wurde beobachtet, dass Magnetismus durchaus den Einfluss auf die Flugbahn, beispielsweise einer Stubenfliege, beeinflussen kann. In meinem Versuchsaufbau in einem Höhleneingang, bei dem die Insekten von der absoluten Dunkelheit in das grelle Tageslicht fliegen, war es möglich durch einfache Magnete die Flugbahn abzulenken. Anders, als wir es bei der Ablenkung der Lichtstrahlen in einer Fernsehbildröhre kennen, wirkt die Erhöhung des Magnetfeldes abstoßend.
Ich erlaube mir an dieser Stelle, die Forscher der Kornkreisgesellschaft zu einem Versuch aufzurufen, der dieses Ergebnis unterstützt. Der Versuch ist für jedermann nachvollziehbar. Die Beschreibung wurde von mir der Einfachheit halber "populärwissenschaftlich" gehalten:

Möglichst in einem warmen Sommermonat wird ein feuchter Nährboden (z.B. Speisereste) in einem verdunkelten Raum - ein Zimmer mittlerer Größe, gestellt. In einem schwarz ausgekleideten Kasten wird eine Glühbirne (~ 50 Watt Leuchtkraft) installiert. Stellen Sie diesen in die Mitte des Raumes. Der Kasten hat eine kreisrunde Öffnung von etwa 10 cm, durch die das Licht hindurchscheint. Befestigen Sie an der Öffnung einen regelbaren Elektromagneten. Schreiben Sie sich die verschiedenen Stärken auf (wobei es hier nicht auf kleinere Ungenauigkeiten ankommt - es geht schließlich nur darum, die "Kursabweichung" zu demonstrieren). Beobachten Sie, in welchem Abstand zum Elektromagnet die Fliege (in Deutschland dürfe die Stubenfliege am häufigsten für diesen Versuch zur Verfügung stehen) durch die Öffnung eintritt. Die Entfernung können Sie mit dem bloßen Auge schätzen. Notieren Sie diesen Wert neben der Magnetstärke. Sie werden in wohl 70% der Einflüge eine Abweichung von der Lochmitte beobachten können.

Aber wo will ich mit meinen Ausführungen hin?

Es fällt immer wieder ins Auge, daß Fliegen in einem leeren Raum scheinbar unkontrollierte Bahnen umherfliegen. Auffallend ist übrigens hierbei, daß die Fliegen auch bei ausgeschaltetem Strom einer Lampe, dennoch diese umfliegen, ohne an ihr Halt zu machen (Dies dürfte auf einen Restmagnetismus in den Glühstrümpfen hindeuten!) Die Flugbahn ist nach meinen Erkenntnissen aber nicht auf Magnetismus oder andere Einflüsse wie

  1. Akustische Signale
  2. Lichtsignale
  3. Geruchssignale
  4. Magnetismus
  5. Luftfeuchtigkeit

zurückzuführen. Wie durch eine eigene oder fremde Intelligenz scheinen die kleinen Lebewesen "gelenkt" zu werden. In zahlreichen Beobachtungsstunden, konnte ich immer wieder ein und das selbe Muster entdecken, das die kleinen Geschöpfe in der Raummitte in die Luft zu malen scheinen! Natürlich sind nicht alle Flugbahnen die gleichen. Das verbietet alleine die unterschiedliche Anatomie der Flügel der vielen Insektenarten! Vergleichen Sie die Biene beispielsweise mit der Stubenfliege (Siehe unten)!

Ein grobes Schema konnte ich immer wieder finden, es wiederholt sich in zwei Dritteln der beobachteten Flüge der Stubenfliege. Sehen Sie sich hierzu die drei Darstellungen an:

In der ersten Grafik sehen Sie die Flugbahn der Fliege in etwa der ersten Minute. (Das Raster gibt die Raummasse an. 1 Strick = 10 cm) Die Flugbahn wurde auf photografischem Weg mit langen Belichtungszeiten festgehalten, und auf Papier übertragen.

Die zweite Minute der Flugbahn sieht man sehr schön in der zweiten Grafik. Dort war die Fliege wesentlich langsamer, als in der ersten Minute (!). In den beiden ersten Grafiken habe ich die markanten Eckpunkte miteinander verbunden. Legte ich nun die beiden Flugbahnen übereinander, "addierten" sich die beiden Bilder. Es kam das eindeutig symmetrische Symbol zu Tage, das ich jeweils grau dargestellt habe.

Dieses Symbol ist meines Wissens nicht in der Insektenkunde verbrieft. Ich wurde durch frühere Zeitungsartikel auf Kornkreise aufmerksam, in denen ähnliche Motive wiederzufinden sind. Erst nach der Wende wurde ich von Freunden auf ein Buch von Herrn C. Andrews aufmerksam gemacht, in dem ich zahlreiche derartige Symbole wiederfinden konnte. Was haben aber nun die Insekten mit den Korkreisen gemeinsam, außer dem Motiv, das schließlich in unzähligen Flugbahnen alltäglich in den Sommermonaten "geflogen" wird? Die Forschungsgruppe Kornkreise hat sicher auch Biologenkollegen angefragt, warum ausgerechnet in den Feldern Kreise festgestellt werden. Besteht denn ein Zusammenhang mit häufigem Auftreten von Fliegen in Kornfeldern und dem Erscheinen der gleichen Symbolik in der Flugbahn?

Zum Schluss möchte ich noch einen wissenschaftlichen Artikel der Zeitung "Nature" (Heft 403 No. 6769, Seite 537 ff) in dem auf ein bemerkenswertes Projekt der University of Illinois, University of Greenwich, Rothamsted Institute eingegangen wird, aufmerksam machen. Dort wird berichtet, wie Bienen "Probe fliegen": "Bevor junge Bienen zur Nahrungssuche aufbrechen, starten sie zu einer Reihe von Probeflügen. Dabei testen sie ihr fliegerisches Können und lernen ihre unmittelbare Umgebung kennen. Bisher war es den Biologen allerdings unmöglich, die Insekten bei diesen Flügen zu beobachten. Die Bienen fliegen zu schnell und zu weit; das bloße Auge kann den kleinen Insekten nicht folgen.

Britische und amerikanische Forscher sind den Fluganfängern jetzt doch noch auf die Spur gekommen. Sie klebten den Bienen eine Art winzigen Reflektor auf den Rücken, der bei jedem Tier einen individuellen Ton erzeugte. Die Flugbahn des Geräusches wurde von einem speziellen Radarsystem aufgezeichnet. Dadurch ermittelten die Forscher, dass die Insekten mit jeder neuen Flugstunde größere Flächen rund um ihren Bienenstock erfassen. Dabei ziehen sie größere Kreise allerdings nicht durch längere Flüge, sondern durch eine von Mal zu Mal erhöhte Fluggeschwindigkeit. Manchen Bienen reichte bereits ein Übungsflug, um die Umgebung vollständig zu erfassen. Andere Tiere mussten bis zu 17 mal Probe fliegen. Was sich dabei im Bienenhirn abspielt, ist den Forschern aber noch unklar."

Könnte hier auch ein Anhaltspunkt für die Symbolik liegen.
Was will diese Symbolik uns mitteilen, was will sie darstellen?


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