Gotha - Goldbach

Von Matthias Hey

Die besagte Formation soll nach Angaben der feldbewirtschaftenden Agrargenossenschaft in der Nacht vom 16. zum 17. Juni 2003 entstanden sein.
Sie ist von Eberstädt Richtung Goldbach und Gotha kommend rechts der Landstraße auf der „Goldberg“ genannten Erhebung der Felder unschwer auszumachen.

Ich wurde erst am 2. Juli 2003 von Klaus Listmann via Handy unterrichtet und hatte noch am selben Abend Gelegenheit, mit den redaktionellen Mitarbeitern beider Gothaer Lokalzeitungen zu sprechen. Bis dato ist in der hiesigen Presse keine einzige Meldung über die Formation erschienen, gleichwohl hat BILD Thüringen und auch ein TV-Team, meines Wissens von Pro 7, über die Erscheinung im Goldbacher Getreide berichtet.
Der Leiter der dort tätigen Agrargenossenschaft hatte keine Einwände gegen ein Aufsuchen des Feldes, wie auch die Vertreter der örtlichen Printmedien geht er von einem „schlechten Scherz Jugendlicher“ aus.

Die Formation ist rund 65 m lang und in der bereits bekannten Hantel-Form in einem Gerstefeld entstanden.
Der größere Kreis umfasst hierbei einen Durchmesser von ca. 30 Metern mit einem Innenkreis von 2 Metern Durchmesser, der kleinere Kreis misst im Durchmesser

15 Meter mit Innenkreis von 6 Metern Durchmesser, der „Hantelgriff“ als Verbindung der beiden Kreise ist etwa 10 Meter lang und 4 Meter breit.

Bei meiner „Erstbegehung“ war die gesamte Formation bereits schon stark frequentiert worden und in einem recht erbärmlichen Zustand. Die Halme lagen wirr und ohne erkennbare Ordnung am Boden, hatten sich zum Teil bereits wieder in vielen Lagen bis zur Hälfte ihrer Wuchshöhe aufgerichtet, und obzwar dies der erste Kornkreis „meines Lebens“ ist, den ich persönlich sah, war mein erster Eindruck enttäuschend.

Der Hinweis zweier aus dem Süden des Landkreises Angereister, dieses Piktogramm könne kein Hoax sein, da ein kleines angrenzendes Wohngebiet zu viele Zeugen liefern würde und die mir deshalb begeistert die Echtheit der Formation versicherten, muss entkräftet werden, in der KK-Figur stehend ist man durch das ansteigende Höhenniveau des Goldbergs sehr wohl vor Blicken der Nachbarn geschützt.

Ich kann nicht von subjektiven Empfindungen berichten, die ich in der Kornkreisformation hatte, meine Mutter, einen Tag später im Getreide vor Ort, berichtet hingegen von schlagartig einsetzendem Kopfweh, als sie den kleineren Kreis betrat, auch habe sie „ein ungutes Gefühl“ beschlichen. Da meine Mutter dieses „ungute Gefühl“ bereits besaß, wenn ich damals auch nur eine Viertelstunde zu spät aus der Diskothek nach Haus kam, will ich an dieser Stelle keinen Zusammenhang zum Echtheitsbeweis der Formation herstellen.

Ich habe im Piktogramm auch keine Anomalien an elektrischen Geräten wie z.Bsp. meinem Handy festgestellt, lediglich beim Telefonieren unweit des Geschehens waren starke Störgeräusche in der Verbindung festzustellen, außerdem stieg trotz voller Empfangsleistung ein anderes Mal der SMS-Versand gänzlich aus, beides jedoch sind Phänomene, die ich auch schon seit Jahren als Handy-Besitzer hin und wieder kennenlernen durfte.

Die Bevölkerung in Goldbach und Gotha hat die KK-Formation in der in diesem Landstrich bekannten und beinahe schon liebenswerten Gleichgültigkeit aufgenommen, die oftmals Prozessen entgegengebracht wird, die sich etwas abseits der täglich erfahrenen Lebenswelt abspielen.

Am 8. Juli kontaktierte mich dann erstmals Rolf Köcher, der sich unter www.biofo.de auch schon seit Jahren dem KK-Phänomen widmete. Er fragte, ob mir aufgefallen sei, dass an einigen Halmen innerhalb der Formation tote Fliegen kleben würden, und bat mich gleichzeitig, ein paar dieser Ähren zu sichern. Herr Köcher hatte das Feld bereits mehrfach aufgesucht und diese Eigenart feststellen können.

Ich habe daraufhin auch tatsächlich die besagten Halme entdecken und mitnehmen können, am 12.7. holte Herr Köcher diese ab und will sie in einem Labor in Hessen untersuchen lassen.

In der Tat sind mir keine verendeten Fliegen bei Nachkontrolle im angrenzenden Getreide aufgefallen, auch sehen die betreffenden Insekten an den betroffenen Ähren wie erstarrt aus, die Flügel sind extrem nach oben gespreizt.
Ein Freund mit entsprechender Fotoausrüstung hat hiervon ein paar Aufnahmen gemacht, die in den nächsten Tagen fertig sein werden.

Herr Köcher berichtet weiterhin, dass zum möglichen Entstehungszeitpunkt des KK ein Stromausfall in der Gemeinde Goldbach beobachtet wurde, zeitgleich soll ein Brand an einem Stromleitungsmast an der Straße nach Eberstädt gemeldet worden sein.
Nach meinen Recherchen ist erst am 21. Juni in den Vormittagsstunden von mehreren Einwohnern der Gemeinde ein kurzzeitiger Stromausfall bestätigt worden.

Der hiesige Energieversorger checkte auf mein Bitten hin sämtliche Arbeitsprotokolle der letzten vier Wochen, vermeldet jedoch keinerlei Spannungsabfall im Netz.

Sowohl die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Goldbach als auch die Polizeidirektion Gotha bestätigten mir übereinstimmend, dass auch kein entsprechender Strommastenbrand gemeldet wurde.

Am 12. Juli war ich letztmalig in der Formation vor Ort und kam schließlich mit einem älteren Herrn ins Gespräch, der mich nach dem Sinn „des Projektes da auf’m Feld“ befragte. Es stellte sich heraus, dass er ehemaliger Revierförster war und zwei Jugendliche in den Abendstunden eines Tages, der sich mit vielen gemachten Angaben zum Entstehungszeitpunkt deckt, beim Niederwalzen des Getreides zur Rede stellte.

Diese hätten ihm erklärt, es handele sich hierbei um ein Projekt ihres Gymnasiums, und wegen des niedergetrampelten Getreides solle er sich nicht sorgen, dies richte sich nach einiger Zeit auch wieder auf. Die Beiden hätten außer je einem Rucksack nichts bei sich getragen.

Alles in allem muss ich sagen, dass auch mir die Formation sehr „man-made“ erscheint, wenngleich ich als Vergleichsmöglichkeit nur Fotos und Darstellungen aus TV und Internet zu Rate ziehen kann.

Das Feld soll nach Angaben der Agrargenossenschaft in den nächsten Tagen abgeerntet werden.

 

Hier der Bericht von Rüdiger Wagner:

Es ist vollbracht. Am 4.7.03 sind Nina und ich nach Goldbach gefahren und haben uns das dortige Piktogramm angeschaut. Von Gotha nach Norden kommend auf die B247. In dem Ort Warza gehts dann links nach Goldbach. In Goldbach gehts rechts - Richtung Eberstädt und gleich nach dem Ortsausgang Goldbach liegt die Formation links am Hang, von der Straße aus gut zu sehen. Die bisherige Lagebeschreibung liess etwas zu wünschen übrig.
 
Zuvor sind wir aber zum Flughafen Kindel  gefahren, der an der B-84 von Eisenach Richtung Bad Langensalza liegt. Flugfhafen Hörselberg ist nicht ausgeschildert und auch nicht Haina. Auch die angegebenen Telefonnummern sind nicht mehr aktuell. Die Wirtin der Flughafenkneipe war so freundlich den Piloten Michael Haufe gleich für uns anzurufen. Der kam auch umgehend und so flogen wir auf der Stelle, was uns sehr entgegen kam, denn der Samstag sollte laut des Piloten verregnet sein.
 
Nach dem ca. 20 minütigen Flug, fuhren wir dann nach Goldbach und inspizierten die Formation. Es handelt sich eigentlich um ein klassiches Hantelpiktogramm und liegt in Gerste. Dem Aussehen nach könnte er so um die zweieinhalb bis drei Wochen alt sein. Dafür spricht auch das phototropische Wachstum von sehr vielen Halmen, die sich am oberen Knoten in einem Winkel von bis zu 45 Grad und mehr abgewinkelt haben. 

Die Halmlagerrung lässt allerdings sehr zu wünschen übrig. Sehr viele Halme sind gebrochen. Es gibt keine sauberen Kreiszentren und es herrscht eine ziemliche Unordnung. Markierungen oder ähnliches konnten wir nicht feststellen. Die Formation schien aber schon stark frequentiert worden zu sein, denn etliche Trampelpfade liefen quer durch das Feld. Dieser Umstand macht eine objektive Einschätzung der Urheberschaft quasi unmöglich. Insgesamt enttäuscht aber das Design.

Meines Wissens nach, hat unser FGK-Mitglied Mathias Hey aus Gotha die Formation inzwischen vermessen und liefert ebenfalls Innenaufnahmen und einen Bericht.