von Clemens Richter
(Alle Fotos © Clemens Richter)
English version of this page
Die erste Formation in der Nähe von Lindau an der Schlei wurde bereits Ende
Mai gefunden, ein einfacher Kreis von etwa 9 m Durchmesser in einem Rapsfeld. Nennen wir
sie Formation 1.
Formation 2 bestand aus zwei Kreisen, etwa 20 und 6 m im Durchmesser in einem
Gerstenfeld auf der gegenüberliegenden Seite der schmalen Landstraße.

Formation 2 - Foto © Clemens Richter
Am 8. Juni tauchten dann die nächsten Formationen auf. Wer auf der Landkarte nachsehen
möchte, kann alle hier behandelten Formationen zwischen Schleswig und Kappeln
nördlich der Schlei suchen, im Land Angeln.
Formation 3 waren 3 Kreise in einem Roggenfeld bei Loit. Der größte
Kreis maß 19 m im Durchmesser. Das Getreide lag in weichen, fließenden Lagen,
aus denen einzelne Halme und Büschel anscheinend vollkommen unbeeinflußt von
der kreisbildenden Kraft senkrecht hervorwuchsen. Diese Formation wird auch dadurch
interessant, daß mehrere Zeugen von einer Ufo-Sichtung über demselben Feld
zehn Jahre zuvor berichteten. Und ein Kenner der alten Mythologie wies darauf hin,
daß sich ganz in der Nähe eines der ältesten frühgeschichtlichen
Heiligtümer befände.

Formation 3 - Foto © Clemens Richter
Formation 4 entstand dann Ende Juni in einem Weizenfeld bei Kius und bestand aus vier Kreisen, 9, 4, 3 und 2 m im Durchmesser, von denen die beiden größten durch eine geschwungene Gasse miteinander verbunden waren.

Formation 4 - Foto © Clemens Richter
Formation 5 war jenes ausgeprägte Piktogramm in einem Weizenfeld bei Geel/Brodersby vom 16. Juli, das durch die norddeutsche Presse ging. Der Bauer selbst hatte die Presse informiert. Es war auch die bislang einzige Formation, die von der Straße aus als solche zu erkennen war - ein komplexes Gebilde aus Kreisen, Ringen, geraden und gebogenen Gassen und einer Sichel, die durch eine lange Mittelachse teilweise miteinander in Verbindung standen - das Piktogramm maß etwa 70 m Länge.

Formation 5 - Foto © Clemens Richter
Formation 6 und 7 fanden sich am Sonntag, dem 28. Juli, bei Neutolkschuby in folge einer systematischen Suche nach mehr Kornkreisen.
Formation 6 bestand aus zwei beieinanderliegenden Kreisen von 8 und 3 m Durchmesser, und Formation 7 lag als einzelner Kreis von 6 m Durchmesser auf der anderen Seite der Landstraße - beide in einem Weizenfeld.

Formationen 6 und 7 - Foto © Clemens Richter
Eine Viertelstunde später fand ich Formation 8. Sie lag 2 km südlich der Ortschaft Tolk und bestand aus vier in der Größe gestaffelten Kreisen. Der größte Kreis war von einem Halbmond umfaßt mit zwei fühlerartigen Auswüchsen. Wenig wissenschaftlich nannte ich die Formation den Trilobiten, weil sie mich an ein vorzeitliches Kerbtier erinnerte. Abmessungen: Durchmesser der Kreise 10m, 7,5m, 3,7m und 2,5m, die Gesamtlänge der Formation betrug etwa 32m.

Formation 8 - Foto © Clemens Richter
Als (vorläufigen?) Abschluß der hiesigen Kornkreis-Saison fanden sich am Donnerstag, dem 15. August, dann Formation 9 bei Twedt und Formation 10 bei Grumby, beide auf großen Weizenschlägen an der Bundesstraße 201.

Formation 10 - Foto © Clemens Richter
Formation 10 war für das kornkreisgeschärfte Auge von der Straße aus als Formation erkennbar und nach Aussagen des Bauern in der Nacht zuvor entstanden - ein 92m langes Piktogramm aus mehreren Kreisen, Ringen und an prähistorische Symbolik erinnernde Auswüchse, dessen unbestreitbare Schönheit jedoch erst aus der Luft zu erkennen war. Als ich es am Tag der Entdeckung mehrmals überflog und fotografierte, sah ich wenige Kilometer entfernt dann auch die kaum weniger große und schöne Formation 9, die trotz ihrer Länge von 84m von der B 201 aus fast unsichtbar war. Bei der Untersuchung ergab sich später, daß sie bereits am Sonntag zuvor von Einheimischen entdeckt worden war.

Formation 9 - Foto © Clemens Richter
Zusammenfassend soll auf Gemeinsamkeiten hingewiesen werden, die in sämtlichen
untersuchten Getreide-Formationen aufgetreten sind:
Alle Kreise oder geschwungenen Teile der Formationen waren ausnahmslos linksgedreht, also gegen den Uhrzeiger und alle Kreise von innen nach außen.
Die Kraft - welchen Ursprungs auch immer - hat die Halme offenbar nirgends beschädigt, wohl aber soviel Energie gehabt, daß sie die Halme dicht über den Wurzeln entweder geknickt oder gebogen hat, je nach Wuchsrichtung der einzelnen Halme (mehrere Halme wachsen sternförmig aus einem Saatkorn). Die Halme sterben nicht ab, sondern wachsen am Boden weiter - je jünger das Getreide der Formation, desto weicher und federnder die Getreidelagen. Ist das Getreide noch im Wuchsstadium, zeigen sich an sämtlichen Halmen nach kurzer Zeit Verdickungen und Biegungen an den Knoten, weil Graspflanzen sich an diesen Stellen wieder aufzurichten versuchen. Bei den letzten Formationen war das nicht mehr zu beobachten, weil die Pflanzen bereits voll ausgewachsen waren. Die - meist auch mit Chemikalien kurzgespritzten - Halme blieben mit ihren schweren Ähren flach am Boden liegen.
In allen Formationen, die mit Wünschelruten begangen wurden (Formationen 3 bis 10) , fanden sich ausgeprägte Unterschiedeb der Strahlen zur Umgebung. Dabei wurden unterschiedliche Messungen gemacht zwischen Erdstrahlen, kosmischen Strahlen, rechts- und linksgedrehten Strahlen und so weiter. Interessanterweise nahm die Strahlenkonzentration an einigen Stellen über den Kornkreisen mit der Meßhöhe (Leiter) stark zu. Ein gesonderter Bericht darüber wird von Herrn Kranz aus Schörderup, Rutengänger und neues FGK-Mitglied, vorbereitet.
Auffällige Kompaßanomalien wurden nicht beobachtet, wohl aber Peilungenauigkeiten in den Piktogrammen 5, 9 und 10, die allerdings bei maximal 3 Grad lagen. Zwar blieben sie bei wiederholten Peilungen gleich, doch scheinen sie mir zu gering, um mit Sicherheit Peilirrtümer auszuschließen und die Messungen mit möglichen Kornkreiskräften in Verbindung zu bringen.
Bei den Formationen 3, 4, 5 und 10 wiesen die Bauern darauf hin, daß die Formationen in der Nacht zuvor angelegt worden sein mußten, da sie tags zuvor noch gespritzt hatten. Die anderen Formationen wurden mit Verzögerung entdeckt beziehungsweise untersucht, teils wohl bis zwei Wochen nach der Entstehung.
Auf den ersten Blick nun scheint die Kornkreiswelle von England nach Schleswig-Holstein herübergeschwappt zu sein. Wer weiß, vielleicht hängt es mit jenen alten Kraftlinien zusammen, die einer Theorie nach von Südengland über die Nordsee bis nach Schleswig-Holstein reichen sollen.
Doch zu der plötzlichen Häufigkeit der Entdeckungen muß etwas
einschränkend erwähnt werden:
In diesem Jahr verfügte die hiesige Meldestelle erstmals über ein kleines
Sportflugzeug, mit dem - nach der ersten Entdeckung im Mai - eine regelmäßige
Inspektion desselben Gebietes vorgenommen werden konnte. Dabei wurden dann auch die
meisten der anderen Formationen entdeckt. Wie sich herausstellte. waren die meisten
Formationen von den Feldwegen oder Landstraßen aus gar nicht als solche zu erkennen.
Doch auch aus der Luft liegen die Formationen nicht so auf dem Präsentierteller, wie es sich mancher vielleicht vorstellt. Die Landschaft ist durch die Wiesen und Felder mit zahlreichen verschiedenen Feldfrüchten, durch Hügel und Wälder, Lichtfelder, Wolkenschatten, Knicks, Gräben. Windbrüchen im Getreide, Ausfrierungen und Treckerspuren stark strukturiert. Außerdem wird der Pilot natürlich abgelenkt durch den komplexen Vorgang des Fliegens selber. So wunderte ich mich auch nicht über Fliegerkameraden, die fragten: Wo sind eigentlich deine Kornkreise? Ich war in der Nähe, habe aber nichts geschen.
Daher stellt sich die Frage: Entstanden Kornformationen auch in Gegenden Schleswig-Holsteins, über denen keine systematische Suche stattfinden konnte? Nicht erst seitdem Touristenbusse zu den hiesigen Drehorten der Landarzt-Serie fahren, werden Landwirte ihre Beobachtungen in der Sorge vor Neugierigen, die ihr Getreide zertrampeln, für sich behalten haben. Nicht jeder sieht das so locker wie Bauer Schmidt aus Geel bei Brodersby, der voll Stolz über seine Formation von sich aus die Presse informiert hatte.
Grundsätzlich habe ich den Bauern immer versprochen, die Lage der Formationen nicht vor der Ernte bekanntzugeben. Abgesehen davon zeigten sich fast alle sehr hilfsbereit.
Über jede der 10 Kornformationen wurde ein detaillierter Bericht erstellt. Darüberhinaus gingen noch einzelne Meldungen von Formationen ein, die sich jedoch als Windbrüche herausstellten oder so zweifelhafter Herkunft waren, daß ihnen nicht nachgegangen wurde.
Weitere Fragen will ich gern beantworten.
Clemens Richter
Norderstraße 18
D-24401 Böel
Tel.: 04641-8358