Kornkreis Beltershausen:

Eine geometrische Überraschung

von John Sayer / deutsch: Ute Weyer

Formation: 	Kreis mit einem konzentrischen Ring
Getreide:    	Weizen
Ort:            Beltershausen, bei Marburg
Datum:       	15./16. Juni 1995
Größe:    	Kreis 38m Durchmesser; 
	        Ring aus stehendem Getreide 3m breit, 
	        44m Durchmesser; 
	        umgelegter Ring 2m breit; 48m Durchmesser; 
                Traktorspuren 2m breit, 14m voneinander entfernt

Die Formation war in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni 1995 in einem Weizenfeld am Rande des Dorfes und nahe einer Bundesstraße Richtung Marburg erschienen. Befragte Anwohner hatten in der Nacht weder etwas Ungewöhnliches gehört noch gesehen, obwohl die Meinungen geteilt waren zwischen denen, die - wie so viele - glaubten, der Kreis sei das Resultat von einem landenden UFO gewesen und von jenen, die eher Scherzbolde dahinter vermuteten. In dem Artikel in der Oberhessischen Presse waren keine Angaben über Kornlagen und Wirbel gemacht worden, aber es wurde erwähnt, daß, obwohl sich das Getreide innerhalb des Kreises wieder aufrichtete, es in dem Ring vollständig liegen blieb.

Der 38m-Kreis wurde von einem 3m breiten Ring aus stehendem Getreide und einem 2m breiten umgelegten Ring umgeben. (Die Maße wurden anhand des Photos rekonstruiert.) Das Zentrum des Kreises lag mittig zwischen zwei Traktorspuren, und die gesamte Formation erstreckte sich symmetrisch über vier Traktorspuren.

Da die Formation leider erst Wochen später der FGK bekannt wurde, konnte unglücklicherweise keine genaue Untersuchung und Vermessung stattfinden - wichtige Details sind somit verloren. Hoffentlich werden durch die Veröffentlichung im FGK-Report (* 4, 1995) doch noch genauere Informationen bekannt, vielleicht auch über andere Formationen in Deutschland.

Während ich eine Illustration zu einem Artikel über die Beltershäuser Formation für den Circular (das Magazin des Centre for Crop Circle Studies) anhand des FGK Reportes *4, 1995 vorbereitete, bemerkte ich einige interessante Übereinstimmungen. Da mir der Durchmesser des Kreises aus dem Zeitungsartikel bereits bekannt war, und das Photo einen genauen Blick entlang der Traktorspuren zeigt, war ich in der Lage, die genauen Maße der Ringe, Trakorspuren und dieAbstände zwischen ihnen auszurechnen. Inspiriert durch die Arbeiten von John Martineau und Wolfgang Schindler, die die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Traktorspuren im Zusammenhang mit geometrischen Analysen lenkten, begann ich, einen Plan für diese Formation zu erarbeiten. Meine Entdeckungen überraschten mich.

Nun, es gibt nichts Signifikantes für zwei sich überschneidende Dreiecke, die von einem Kreis umgeben werden, aber es wird interessant, wenn die Schneidepunkte dieser Dreiecke genau auf den Traktorspuren liegen (Abb. 2). Während es denkbar ist, daß jemand eine Formation konstruieren könnte, die verschiedene geometrische Relationen beinhaltet, und sie dann in einem Feld reproduziert (zum Beispiel führte ich eine detaillierte Messung der Bythorn Formation 1993 durch und stellte fest, daß es theoretisch möglich war, diese später in Weizen nachzuformen), ist es jedoch meiner Meinung nach etwas ganz anderes, ein Design zu entwerfen, das Traktorspuren benötigt, um ihm geometrische Signifikanz zu verleihen.

Ich finde es bemerkenswert, daß von den elf hier präsentierten Analysen nur zwei nichts mit Traktorspuren zu tun haben (Abb.7 & 9). In den anderen neun Fällen habe ich die Traktorspuren über die Diagramme hinaus verlängert, um deren Bedeutung hervorzuheben. Ein jeder kann reproduzieren, was ich hier gemacht habe und mir, wenn nötig, zeigen, daß ich mich geirrt habe. Ich habe jedoch diese Computer-Diagramme mit Bleistift, Papier, Lineal und Winkelmesser überprüft und bin überzeugt, daß sie korrekt sind. In zwei Fällen, in denen ich nicht sicher war, ob meine Zeichnungen richtig waren, fand ich aber heraus, daß sie zu über 97,5% stimmen, was ich für akzeptabel halte, indem ich mich auf John Martineau's Buch A Book of Coincidence berufe. Der Rest jedoch ist 100% korrekt.

Ohne eine detaillierte Untersuchung mußte ich mich, wie schon erwähnt, auf Photos verlassen, um die genauen Maße zu errechnen, aber die Tatsache, daß sie trotzdem so genau auskommen, ist an sich schon eine interessante Übereinstimmung.

Die Diagramme sprechen für sich selbst, doch die folgenden Bemerkungen machen sie noch klarer:

Abb. 2:
Zwei sich überlappende, gleichseitige Dreiecke,
umgeben von dem Innenmaß des Rings, schneiden
die inneren Traktorspuren.

Abb.3:
Ein Quadrat, umgeben von dem äußeren Ring,
in einem Winkel von 45° zu den Traktorspuren,
trifft die Schnittstellen des inneren Kreises
mit den inneren Traktorspuren.

Abb.4:
Ein Quadrat, umgeben von dem äußeren Ring,
parallel zu den Traktorspuren, trifft die Schnittstellen
des Kreises mit den äußeren Traktorspuren.

Abb.5:
Zwei sich überlappende Quadrate, umgeben
von dem inneren Rand des umgelegten Ringes,
schneiden die inneren Traktorspuren.

Abb.6:
Zwei sich überlappende Pentagramme, umgeben
von dem äußeren Rand des Ringes,
schneiden die inneren Traktorspuren.

Abb.7:
Ein Hexagon um den Kreis wird von dem
inneren Rand des Ringes umgeben.

Abb.8:
Ein Septagon um den Kreis herum berührt
exakt den inneren Rand des Ringes.

Abb.9:
Ein Octagon, eingezeichnet in den Ring,
wird von dessen Rändern begrenzt.

Abb.10:
Die Seitenlänge eines Nonagon, um den inneren Rand
des Ringes gelegt, wird von dem Abstand zwischen zwei
äußeren Traktorspuren begrenzt.

Abb.11:
Die Seitenlänge einer elf-seitigen Figur ('Undecagon'),
umgeben von dem inneren Rand des Ringes, entspricht dem
Abstand der inneren Traktorspuren.

Abb.12:
Die Seitenlänge eines Dodecagons, das um den inneren
Rand des Ringes gezeichnet ist, entspricht dem Abstand
der inneren Traktorspuren.


Erstveröffentlichung im FGK-Report # 1/96


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