Kornkreise bei Beulich (1996)

von Klaus Dieter Hempel




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Auch in diesem Jahr gab es wie 1995
bei Beulich wieder Kornkreise.
Klaus Dieter Hempel und Waldemar
Czarnetzki untersuchten die Formationen.


Zwei Kreise entstanden dieses Jahr bei Beulich. Der eine Kreis hatte als Grundmuster die Form einer Hantel, mit zwei durch Gänge verbundenen "Nebenkreisen", und die andere Formation bestand aus einem zentralen Kreis, eingefaßt mit einem Ring. Waldemar und ich besuchten von den beiden zuerst die ältere Formation, die so Anfang Juli entstanden sein muß, da am 8. Juli ein Bericht über den Kreis in der Rheinzeitung stand.
Da der Kreis seit seiner Bekanntmachung in der Rheinzeitung von vielen Interessierten besucht wurde, bot sich uns ein Bild, welches man am ehesten mit "wild durcheinander und zerpflückt" beschreiben könnte.

Foto: Waldemar Czarnetzki


Waldemar packte sein Meßgerät aus und überprüfte, ob sich im Feld irgendwelche anomalen Magnetfelder zeigten. Das anschließende Pfeifen des Meßgerätes führten wir auf die Sonneneinstrahlung sowie auf Elektrosmog zurück, da es sich vom Pfeifen außerhalb des Kreises nicht unterschied. Die Formation selbst bestand aus einer klassischen Hantelform sowie zwei ,,Nebenkreisen" die durch einfache Pfade miteinander verbunden waren. Der große Kreis hatte einen Durchmesser von 8,4 Meter und war im Uhrzeigersinn gelegt. Der Steg hatte eine Länge von 12,7 Meter, an den sich ein kleinerer Kreis von 4,3 Meter anschloß. Neben dieser Hantelform lagen noch zwei weitere Kreise mit einmal 3,5 Meter und 6,3 Meter im Durchmesser. Die Verlängerung der Steglängsachse wich mit 15 Grad westlich leicht von der Nord-Süd-Achse ab. Der für diese Gegend zuständige Wildhüter war der Meinung, daß dieser Kreis die Reaktion auf den im Vorjahr von Menschen angelegten Kreis war. Unserer Meinung nach ist der Kreis dieses Jahr eher als eine Fälschung zu sehen, da er insgesamt betrachtet einen schlechten Gesamteindruck hinterließ.

Foto: Waldemar Czarnetzki


Am späten Nachmittag fuhren wir dann zum Förster und seiner Frau, die uns zum Kaffeetrinken eingeladen hatten. Sie berichteten uns, daß in der Nähe des Feldes eine Römerleitung (für Wasser) vorbeiläuft und auch etliche Siedlungen und Gräber in der Gegend liegen, die ihrer Meinung nach einen Einfluß auf das Entstehen der Kreise hätten. Der Förster zeigte uns anschließend noch zwei Original-Römerleitungen, und wir fuhren im Anschluß daran noch zum zweiten Kreis, von dem wir erst jetzt beim Kaffetrinken erfahren hatten. Der Förster fuhr freundlicherweise voraus und brachte uns zu jenem Feld mit der Kreis/Ring-Formation. Der Kreis lag in einer Talsenke zwischen Beulich und Morshausen und war von der Straße aus gut einzusehen. Sein Zustand war ausgezeichnet, und es schien uns so, als wenn nur wenige Menschen in der Formation gewesen waren, da wir keine Anzeichen der Zerstörung oder der Beschädigung fanden. Das Korn machte einen lockeren nicht gebrochenen Eindruck, und außer dem Loch einer Wühlmaus im Zentrum des Kreises sowie einigen Zigarrettenkippen konnten wir nichts finden, was die Ästhetik des Kreises störte. Der Innenkreis hatte einen Durchmesser von 7,9 Meter und war mit einem Ring von 20,5 Meter Abstand und einer Stärke von 40 cm umgeben. Der Ringradius war nicht konstant, sondern variierte in den Grenzen von 20,3 Meter bis 20,6 Meter und war somit leicht elliptisch. Sonderbarerweise lagen sich beide Kreise in ihren Feldern so gegenüber, daß die Dorfkirchen von Beulich und Morshausen eine natürliche Begrenzung darstellten. Zufall?

Gegen 19:30 Uhr verließen wir dann das Feld und kamen noch mit einem Passanten ins Gespräch. Im Laufe dessen erzählte dieser uns, daß die Felder, in denen die Kreise entstanden waren, ein und demselben Landwirt gehören. War das schon wieder ein Zufall? Jedenfalls werden Waldemar und ich uns auch in Zukunft um die Gegend bei Beulich kümmern, in der Hoffnung, daß es in den kommenden Jahren noch mehr Kreise geben wird.



Erstveröffentlichung im FGK-Report # 4/96


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