Auswertung physikalischer Experimente im Kornkreis

von Heike Bastian · NIVAP


Früher hatten wir bereits über die Formation des Jahres
1996 bei Zierenberg
, in der Nähe von Kassel, berichtet.
Anfang 1997 erhielten wir Zugriff auf einen Bericht
von Heike Bastian, der neue Fragen im Zusammenhang
mit physikalischen Anomalien in Kornkreisen aufwirft.
Sicher werden diese Erkenntnisse auch die Projekte der
FGK beeinflussen.


Die Wissenschaft diskutiert sie weg, der logische Menschenverstand möchte sie nicht wahrhaben, doch präsentieren sie sich jedes Jahr aufs Neue als reale Formationen in unseren Kornfeldern. Die Rede ist von Kornkreisen, jenen Gebilden, in denen wir immer wieder mit Phänomenen konfrontiert werden, die alle Naturgesetze auf den Kopf zu stellen scheinen und selbst auf physikalischem Wege nicht mehr erklärbar sind.

Wir, das ist die NIVAP-Gruppe (neutrale Interessenvereinigung für außergewöhnliche Phänomene), wollten es genauer wissen und haben den Test aufs Exempel gemacht. Bewaffnet mit allerhand technischen Raffinessen, unternahmen wir den Versuch, an einem sonnigen Samstag-Nachmittag (10.08.96) den Spuren eines Mysteriums nachzugehen. Ziel unserer Experimente sollte es sein, auf physikalischem Wege Anomalien nachzuweisen, die auch noch nach ca. 2 Monaten feststellbar sind.

Als Testgebiet wählten wir uns den noch erhalten gebliebenen Kornkreis von Zierenberg aus. Entstanden ist er vermutlich Anfang bis Mitte Juni, und er besteht aus einem Innenkreis mit 20m im Durchmesser und einem äußeren Ring mit 22m im Durchmesser. Untersucht wurden Abweichungen im Magnet- und Gravitationsfeld der Erde, sowie Zeitanomalien innerhalb des Kreises. Zusätzlich unterlag auch der Radioempfang einem Test. Ich möchte an dieser Stelle betonen, daß unsere Werkzeuge zur Durchführung der Experimente keine High-Tech-Instrumente darstellen, sondern es sich vielmehr um Gegenstände des täglichen Gebrauches handelt. Aber selbst mit diesen Instrumenten dürften die Abweichungen nicht so hoch sein, wie wir sie vorgefunden haben. Mittels folgender 5 Experimente sollte das Magnet- und Gravitationsfeld im Kornkreis überprüft werden:

1. Zeitmessung; unter Verwendung zweier Armbanduhren, in denen Stoppuhren integriert sind. (Außen: CASIO 526 LA-11W, Innen: GIORDANO-Chronograph P-56011)
2. Radioempfang; durch ein MW-Radio mit Batteriebetrieb (3R6) und ein Solarradio für den UKW-Bereich. Beide mit eingebauter Richtantenne. (MW: G1000 RFT, UKW: Solar-Westfalia Technica)
3. Magnetbandaufnahme; mittels Walkman mit eingebautem Mikrofon, betrieben mit 2 R6-Batterien und einer ungeöffneten neuen BASF-Ferro Maxima I-Kassette. (WM-Typ: Intronic)
4. Massevergleich; eines geeichten 1kg-Gewichtes durch eine Standküchenwaage für 2kg.
5. Kompaßkontrolle; zur Ausrichtung nach den Magnetpolen der Erde. (Typ: Engineer)
sowie: Videoaufnahmen; zur Kontrolle aller akustischen Tests. (Typ: Canon E-300 V8-10x)

Zum besseren Verständniss wird die Erläuterung zur Durchführung und Auswertung der Versuche unter den eben aufgeführten Punkten erfolgen.

1. Zeitanomalien treten nur dort auf, wo das Raum-Zeit-Gefüge gestört ist, sozusagen ein Riß entstand. Bisher wurde davon ausgegangen, daß Raum-Zeit-Verschiebungen (kurz RZV) ein uns noch unbekanntes Naturphänomen darstellen. Viel wahrscheinlicher ist allerdings die Annahme, daß sie künstlich erzeugt werden.

Das Ziel dieses Experimentes galt deswegen dem Nachweis einer generellen Existenz von RZV in Kornkreisen. Mit RZV ist keinesfalls ein noch vorhandenes "großes Loch" im Bereich des Kornkreises gemeint, sondern ein kuzzeitiger "Riß", der zu seiner Bildung führte. Die Energie für seine Erzeugung müßte dazu in der Lage sein, sich wie ein Blitz sekundenschnell zu entladen, um die Entstehung eines periodisch schwingenden elektromagnetischen Kraftfeldes zu bewirken. Das kann sowohl auf natürlichem als auch künstlichem Wege erfolgen. Ein Blitz wird aber sicher nicht solche kuriosen Formen erzeugen, wie sie seit Jahren in den Feldern vorzufinden sind.

Die für die Zeitmessung benutzten Armbanduhren wurden gleichzeitig zu Beginn der Experimente außerhalb des Kreises gestartet und auf Funktionstüchtigkeit überprüft. Eine Uhr verblieb während der gesamten Zeit außerhalb des Kreises, die andere befand sich an meinem Arm, fast ausnahmslos im Kreisinneren. Nach Beendigung der Experimente sollte die Zeit auf beiden Uhren abgelesen werden. Zu unserer Verblüffung mußten wir feststellen, daß sich die Stopzeit der Armbanduhr außerhalb des Kreises von selbst auf 0:00:00 zurückgestellt hatte. Nun könnte ja behauptet werden, daß ich zufällig auf den Stop-Knopf gekommen bin. Selbst wenn es so wäre, würde diese Uhr sich nicht zurückstellen. Um das zu erreichen, ist es nötig die Uhr 3x an zwei verschiedenen Knöpfen zu betätigen. Die Stopfunktion ist so aufgebaut, daß 2 Stopzeiten hintereinander genommen werden können. Eine Stopzeit hätte zumindest angezeigt werden müssen. Auszuschließen ist ebenfalls, daß die Uhr gar nicht gestartet wurde, da zu Beginn ein Vergleich stattfand, um die Differenz im Sekundenbereich zu überprüfen. Der gleich danach erfolgte 2. Versuch einer Vergleichsmessung war zu kurz, um auf dasselbe Phänomen zu stoßen. Es war uns leider nicht möglich, eine ähnlich lange Zeitmessung von 46 min wie beim 1. Versuch vorzunehmen. Somit ist der 1. Zeitvergleichsversuch mit diesem Ergebnis als einmalig anzusehen, da die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung mit dem gleichen Resultat fraglich bleibt.

2. Es wird behauptet, daß der Radioempfang innerhalb des Kornkreises einem "Wellensalat" gleicht. Entweder liegen mehrere Sender übereinander, oder es werden die verrücktesten Signale gesendet, genauso, wie plötzlich totale Funkstille herrschen kann.

Und gerade das passierte gleich beim 1. Versuch mit dem MW-Radio nach Betreten des Kreises. Die Akkus wurden außerhalb des Kreises mit neu gekauften Batterien ausgetauscht und wir starteten zum 2. Anlauf. Ein ausländischer Sender mit türkischer Musik war das einzige, was wir empfangen konnten. Je mehr wir uns mit dem Radio der Kreismitte näherten, desto undeutlicher wurde der Empfang. Im Zentrum des Kreises war fast nichts mehr zu hören. Während weiterer Versuche stellte sich dieser Effekt nicht immer ein. Sobald das Radio aber in Nordrichtung gehalten wurde, konnten wir deutlich eine Verschlechterung von schwachem Ton bis hin zu Rauschen feststellen. Außerhalb des Kreises war der Empfang in Nordrichtung einwandfrei. Für den UKW-Bereich fand derselbe Versuch mit dem Solarradio fast gleichzeitig zum 1. MW-Versuch statt. Auch hier brach der Empfang beim Erreichen des inneren Kreises plötzlich völlig ab. Nur noch pfeifende Geräusche und ein Knacken waren kurzzeitig zu hören. Das führt zu dem Schluß, daß dieselbe Ursache für die Funkstille verantwortlich ist. Zudem hatte das Solarradio im Kornkreis einen permanenten Senderausfall. Nur anhand der voll aufgedrehten Lautstärke war es möglich, in Richtung Kreismitte eine Abschwächung des Rauschens festzustellen. Außerhalb des Kreises war der Empfang nach kurzer Zeit wieder völlig normal.

Bei diesem Ergebniss, möchte ich behaupten, ist die Bezeichnung "Wellensalat" sehr wohl zutreffend.

3. Zum Erkennen ungewöhnicher Aktivitäten im Magnetfeldbereich kann eine Tonbandaufnahme sehr hilfreich sein. Die Echtheit vieler Kornkreise konnte zusätzlich bewiesen werden, wenn elektromagnetische Geräusche auf den Bändern aufgezeichnet wurden. Wie diese von einer normalen Aufnahme zu unterscheiden sind, konnten wir auch nicht in Erfahrung bringen. Aus diesem Grund wird hier nur eine grobe Beschreibung der deutlich heraushörbaren ungewöhnlichen Geräusche vorgenommen.

Der Recorder wurde mit dem Mikro nach unten im Mittelpunkt des Kreises auf die Erde gelegt. Das Band rauschte deswegen sehr stark, weil die Eigengeräusche ebenfalls mit aufgezeichnet wurden. Außerdem sind alle Stimmen nur sehr dumpf zu hören. Darauf zurückgeführt werden kann aber nicht die Verzerrung der Stimmen. Sie wirken wie in Zeitlupe gesprochen und viel tiefer als sonst. Im Vergleich mit der zur selben Zeit durchgeführten Videoaufnahme sind die Unterschiede deutlich heraushörbar. Außerdem sind, innerhalb von 30 min, 2x sehr starke Geräusche auf dem Band, die sich anhören, als ob ein Motorflugzeug über uns geflogen sei. Es kann sich aber unmöglich um ein Flugzeug handeln, sonst müßte es sich, um mit dieser Intensität aufgezeichnet zu werden, nur ca. 100m über uns befunden haben. Sicher wäre uns das nicht entgangen. Begleitet wurde dieses Geräusch durch einen leichten wellenartigen Summton, der sich deutlich von dem Aufnahmerauschen abhebt. Um zu klären, ob diese Geräusche auf elektromagnetische Aktivitäten hinweisen, müßten sich kompetente Fachleute mit dem Band beschäftigen.

4. Gravitationen werden nach der allgemeinen Relativitätstheorie durch die Krümmung des Raumzeitkontinuums in der Nähe schwerer Massen, wie der Erde, hervorgerufen. Solche Massen besitzen eine Schwerkraft, die Körper in Richtung ihres magnetischen Mittelpunktes zieht und auf die Unterlage des Körpers mit Druck oder Zug einwirkt. Die Masse jedes Körpers auf der Erde kann infolge dieses Druckes durch Abwägen seines Gewichtes ermittelt werden. Um die Massen anderer Körper zu ermitteln, wurden geeichte Gewichtsstücke mit einer bestimmten Masse hergestellt.

Solch ein Gewichtsstück von 1kg benutzten wir, um den Druck der Schwerkraft im Kornkreis zu überprüfen. Vor Betreten des Kreises wurde das Gewichtsstück auf die Waage gestellt, die wir ordnungsgemäß auf 0 ausrichteten. Sie zeigte korrekt 1kg an. In der Kornkreismitte stellten wir die Waage auf ebenen Boden und richteten sie auf die gleiche Weise aus. Trotz mehrerer Versuche an unterschiedlichen Positionen im Kreis zeigte die Waage nun 1,3kg an. Außerhalb des Kreises blieb die Masse des Gewichtes jetzt auch bei 1,3kg, was ja nur bedeuten kann, daß dieses Gewicht im Kornkreis schwerer wurde. Es ist sicher verständlich, daß wir diesen Test nicht nochmal mit einem anderen Massegewicht durchführten, da ja zu befürchten war, daß dieses auch seine Masse ändert. Sinn und Zweck eines Gewichtes soll es aber sein, die Masse genau zu bestimmen. Wir suchten uns einen anderen Gegenstand, um den Test ein paar Tage später nochmals zu wiederholen. Ausgewählt wurde diesmal ein Körper, der nicht aus Metall besteht: eine 0,6kg schwere Wachskerze. Resultat: Innerhalb wie außerhalb des Kreises blieb das Gewicht gleich. Noch verblüffender war die Tatsache, daß nach einigen Tagen das Gewichtsstück auf derselben ordentlich ausgerichteten Küchenwaage wieder genau 1kg wog.


Die Versuchsanordnung zum Massenvergleich



Das wirft die Frage auf: Was führt dazu, daß Eisen sich für kurze Zeit verdichtet, Wachs aber nicht? Es muß also eine magnetische Kraft das Eisen noch zusätzlich zum Erdmagnetismus angezogen haben! Von Magneten ist bekannt, daß sie in ihrer Umgebung ein Feld mit positiven und negativen Polen erzeugen. Jeder elektrische Strom ist ebenfalls von einem solchen Magnetfeld umgeben. Um das Gewicht eines Metallkörpers zu ändern, bedarf es weiter nichts als eines Magneten, der mit seinem Feld von oben bzw. unten auf den Körper einwirkt. Wird der Magnet von oben an einen Metallkörper, der auf einer Waage steht, herangeführt, ohne daß sich Magnet und Körper berühren, verringert sich das Gewicht des Körpers. Umgedreht verstäkt es sich. Es befand sich demzufolge ein zusätzliches Magnetfeld in der Erde, welches von unten auf das Gewichtsstück einwirkte. Damit ist aber immer noch nicht der langanhaltende Gewichtswert von 1,3kg erklärt. Dieses Magnetfeld müßte folglich von einem elektrischen Strom erzeugt worden sein und eine Stärke besessen haben, die das Waagestück wie ein Akku elektrostatisch aufgeladen hat. Es wurde zur Batterie.

5. Wenn ein starkes elektromagnetisches Kraftfeld von unten im Komkreis wirkte, dürfte ein Kompaß auch nicht mehr normal funktionieren. Dies bestätigte sich nach mehrmaligen Versuchen.

Innerhalb des Kornkreises sprang die Kompaßnadel generell in süd-westliche Richtung. Wir konnten eine Abweichung von der Nordrichtung um 70 Grad feststellen.

Daraus läßt sich schlußfolgern, daß dieser Kornkreis durchaus echt ist. In seinem Umfeld befand sich ein elektromagnetisches Kraftfeld, dessen Zentrum bzw. Ursprung in nordöstlicher Richtung lag. (Südrichtung der Kompaßnadel im Kornkreis) Außerdem entstand ein Riß im Raum-Zeit-Kontinuum im Bereich des Kornkreises. Auch nach 2 Monaten konnten wir noch anomale Krafteinwirkungen feststellen, die an Stärke nichts eingebüßt hatten. Welche Ursache auch immer dieses elektromagnetische Feld hatte, der Ursprung war noch immer vorhanden, das Gleichgewicht im Raumzeitkontinuum noch nicht wieder hergestellt.

Zum Schluß möchte ich noch alle zukünftigen Kornkreisforscher dazu animieren, diese Experimente in anderen Kornkreisen zu wiederholen !



Erstveröffentlichung im FGK-Report # 2/97