Wirbel - falsch platziert
von Jens Berkmann
Während meiner 1994er Reise ins englische Haupt-Kornkreisgebiet
fiel mir in einigen Kornkreis-Formationen eine Besonderheit in der
Halmlagerung auf, von der ich zuvor nirgends etwas gehört, gelesen
oder gar selbst gesehen hatte. Daher möchte ich hier darüber kurz
berichten. Bei dieser handelte es sich um kleine Wirbel, die sich
an unerwarteten Orten fanden, nämlich an scheinbar völlig
beliebiger Stelle innerhalb einiger Formationen.
Mir fielen diese Elemente das erste Mal auf, als ich die als
"Kometeneinschag" bezeichnete große Formation zwischen Chirton und
Charlton besuchte.

Hier tauchte das Element gleich zweimal auf: einmal im größten der
Vollkreise

und zum zweiten im großen Ring am oberen Ende der Formation.

Ich konnte hier mit diesen beiden scheinbar falsch platzierten
Wirbeln zunächst nichts anfangen. Es war einfach kein Sinn in diesen
Elementen zu entdecken. Weder wenn man von Fälscherwerk ausging, noch
wenn es sich um das echte Phänomen handeln sollte.
Eigentlich wirkten die beiden Wirbel sogar eher störend, denn hier
konnte sich die gewohnte und erwartete Lagerung nicht entfalten.
Ich registrierte also erst einmal die "Lagerungsfehler" als auffälliges
Merkmal dieser einen speziellen Formation, unwissend, daß sie mir schon
sehr bald wieder begegnen würden.
Denn auch in der über 100 km weit entfernten zweiten (älteren)
"Kometeneinschlags" - Formation bei Ipsden, im Oxfordter Raum, tauchte einer
dieser "fehlplatzierten Wirbel" wieder auf.
Nicht nur, daß sich die Formationen trotz ihrer großen räumlichen
Entfernung so sehr ähnelten, auch dieses eigenwillige Element war in
beiden Formationen vorhanden.
Dies ist schon hochinteressant, doch auch hier sollte ich dieses Element
nicht zum letzten Mal zu Gesicht bekommen.
Ein ähnliches Element fand sich auch im "Auge" im legendären East-Field
von Alton Barnes.
Hier befand sich jedoch ein etwas anders aussehender
Wirbel, der eher einem der aus früheren Jahren bekannten "Nester" im
Kreiszentrum glich, jedoch auch hier an einer völlig unerwarteten Stelle
im äußeren Ring der Formation und eben nicht in einem Kreiszentrum.
Im Innenkreis des "Auges" fand sich zusätzlich noch ein "Mini-Nest",
welches aus nur ca. einem Dutzend Halmen bestand (natürlich auch nicht
in der Mitte das Kreises).
Und selbst in der meiner Ansicht nach beeindruckendsten und
harmonischsten Formation der Saison 1994, unterhalb von Oliver's Castle
bei Devizes,
fand sich einer dieser "unharmonisch fehlplatzierten Wirbel"
in der Art derer aus den "Kometeneinschlägen".
Irgendwie scheint es sich bei diesen Lagerungselementen, die einen
Durchmesser von nur ca. ein bis zwei Metern aufwiesen um eine Art interne
"Grapeshots" zu handeln. Diese müssen aber eindeutig zur Formation gehören.
Sie können, meiner Einschätzung nach, weder vor dem Entstehen der Formation
dagewesen sein, noch nachträglich in Abänderung der Lagerung hinzu gefügt
worden sein. Sie müssen allem Anschein nach gleichzeitig mit dem Rest der
Lagerung entstanden seien, sonst müssten sie sich anders darstellen.
Doch was haben die Wirbel zu bedeuten ?
Vielleicht werden die nächsten Jahre diese Frage beantworten können.
Jedenfalls gibt es vielleicht wieder ein Element mehr, auf das es sich
lohnen könnte zu achten.
(Alle Fotos: Jens Berkmann)
Die Erstveröffentlichung erfolgte im
FGK-Report # 4/94
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